
Wer einen Solar Carport baut, bekommt Solarstrom vom eigenen Parkplatz.
Lange bekam er aber einen Kompromiss. Wellblech, Plane oder sonst eine Zwischenschicht unter den Modulen, die das Dach erst sicher und wasserdicht macht. Funktioniert. Sieht aus, wie es aussieht.
Der konsequente Weg sieht anders aus: Das Solarmodul selbst ist das Dach. Glas auf beiden Seiten, zertifiziert für die Overhead-Montage, wasserdicht montiert mit integriertem Drainagesystem. Kein Zwischending. Solarproduktion und Wetterschutz in einer einzigen Schicht.
Dieser Weg war lange teurer als der Kompromiss. Das hat sich geändert.
Beim Stahlbau ist eine undichte Stelle ärgerlich. Beim Holzbau ist sie ein Problem, das über Jahre das Holz verfaulen lässt.
Wir bauen konsequent mit Holz aus guten Gründen: Nachhaltigkeit in der Bilanz, Ästhetik im Ergebnis, Wirtschaftlichkeit bei richtigem Design. Aber Holz ist kein Stahl und verzeiht keine feuchten Stellen.
Das heisst: Die Dachschicht muss dicht sein.
Wirtschaftliche Montage-Lösungen für Overhead-Module, die kleine Lücken zwischen den Modulen lassen, gab es. Etwas Wasser kommt durch. Für eine Stahlkonstruktion: irrelevant. Für eine Holzkonstruktion: inakzeptabel.
Dasselbe gilt für die Abschlüsse, wo die Dachkante aufhört und das Material der Witterung direkt ausgesetzt ist. Die naheliegende Lösung: Blenden aus Blech oder Kunststoff. Beides funktioniert. Beides widerspricht dem Materialansatz.
Den konsequenten Weg fand ich schon bei Leiser Electric. Mit dem Umbau des 911ers wollte ich ursprünglich Karbon durch Naturfaser ersetzen. Naturfaserverbundwerkstoffe wie Flachsfaser sind in deren Festigkeit noch kein 100% Ersatz für Karbon und sie waren zu teuer, um sie nur als Blende einzusetzen. Durch einen Kontakt wurde ich auf eine Alternative aus Hanffasern aufmerksam, die zwar weniger Festigkeit aufwies, jedoch deutlich wirtschaftlicher war. Perfekt. Was für den Sportwagen zu aufwändig blieb, passt perfekt als Abschluss-Element beim Solar Port. Kein Blech, kein Kunststoff. Naturfaser.
Konsequent bis zum letzten Detail.
Die Intersolar in München ist die grösste Solarmesse der Welt. Hunderte Aussteller, viele Besucher, überall mehr oder weniger dasselbe Bingo und Angebot.
Ich nahm mir zwischen den fixen Terminen Zeit, PV-Module und Montagesysteme zu suchen. Die Holz-Unterkonstruktion hatte ich im Griff aber ich spürte zunehmend, dass den Solar-Partnern das Know-how bei diesen beiden Komponenten für Carport-Projekte fehlte. Also nahm ich das in die Hand.
Ein Hersteller aus dem Raum Solothurn stand auf meiner Short List. Ich kannte ihr bestehendes System. Gut in der Theorie, hakelig in der Praxis. Das integrierte Klick-System lässt kaum Toleranzen auf der Baustelle, was Montagekosten schnell in die Höhe treibt. Ich ging auf den Stand, ohne grossen Plan. Das Gespräch wurde länger als erwartet und endete mit einem schönen Ausblick auf den richtigen Lösungsansatz. Es würde sich etwas fundamental verändern bei den Overhead Modulen und das kann der Weg sein zum konsequenten Solar Port.
Ein paar Monate später, an der Solar & Storage in Zürich, war es so weit. Ein Händler, ich nenne keine Namen, der Solarmarkt ist gnadenlos und Mitbewerber kopieren schneller als mein Schatten 😉, präsentierte Overhead-zertifizierte Module zu einem Preis, der alles veränderte.
Unter 200 CHF pro kWp im Einkauf. Weniger als die Hälfte von dem, was ich bis dahin kannte. Genau hier hörte der Kompromiss auf. Und dann kam der Hersteller aus dem Raum Solothurn mit vergleichbarer Wirtschaftlichkeit aber höherer Effizienz. Der konsequente Weg war nun mit zwei Wegen abgesichert. Ein Modul mit <25kg, das ertragsseitig weniger effizient dafür montageseitig effizienter ist. Und ein Modul mit >25kg, das ertragsseitig effizienter ist.
Um die Relevanz wirtschaftlicher Overhead Module zu verstehen, muss man kurz beide Wege verstehen, wie das Dach eines Solar Carport gebaut werden kann.
Der konsequente Weg: Das Overhead-Modul ist das Dach. Montiert auf Schienen mit integriertem Drainagesystem, das das Wasser kontrolliert ableitet. Module von unten verschraubt, niemand muss auf die Konstruktion steigen, weder bei der Montage noch im Betrieb. Das Modul schützt, produziert und macht das optische Solar-Statement von unten sichtbar.
Der Kompromiss: Günstigeres Standardmodul, montiert auf einer Zwischenschicht. Wellblech, Pfettenprofile aus Aluminium, Zeltplane. In der Schweiz kostet diese Zwischenschicht aus Wellblech fertig montiert rund 45 CHF pro Quadratmeter. Montagesystem für eine Aufdach-Anlage und die Standard-Module sind dafür günstiger als die Overhead-Module.
Genau das ist die Rechnung, die Overhead-Module, Montagesystem und Montage zusammen schlagen müssen. Bis vor zwölf Monaten ging diese Rechnung nicht auf.
Diese 45 CHF je Quadratmeter waren der Benchmark, den ich in jedem Projekt neu zu schlagen versuchte. Kurzzeitig gab es Optimismus durch eine Planen-Lösung. Wirtschaftlich nicht ansatzweise kompetitiv. Und sie sah, wie schon die Wellblech-Lösung, scheisse aus.
Heute geht die Rechnung auf. Ich wusste, dass dieser Moment kommt. Nach all den Learnings bei der Unterkonstruktion, den Fundamenten, den Montageprozessen, dem Abbund und Transport der Holzbauteile war das der letzte Schritt, damit das gesamte System in sich konsequent ist.
Wirtschaftlich, nachhaltig, sexy.
Was in der Kalkulation nicht vorkommt: Ein Solarmodul in der Overhead-Montage ist ein sichtbares Statement.
Wer unter einer sauberen Solarschicht parkt, versteht sofort: Hier handelt jemand mit Weitblick. Und wer sein Elektroauto direkt darunter lädt, zählt eins und eins sofort zusammen. Sonne oben. Strom unten. Kein Umweg.
Das Wellblechdach, die Plane oder jede andere Zwischenschicht vermitteln das nicht.
Und dann gibt es noch einen Faktor, der in Kalkulationen oft fehlt: die Rückseite. Bifaziale Module in der Overhead-Montage nutzen das reflektierte Licht von unten. 5 bis 15 Prozent Mehrertrag, je nach Untergrund und Ausrichtung. Bei einer Zwischenschicht entfällt dieser Effekt, die Rückseite ist verdeckt.
Ich komme aus dem Sportwagenbau. Beim elektrischen Umbau der 911er habe ich aus unzähligen Gesprächen und Iterationen verstanden, was diese Fahrzeuge ausmacht: Einfachheit, kein Teil ohne Funktion.
Dieses Prinzip steckt in jedem Detail des Solar Port. Bauteile mit Doppelfunktion, Einfachheit und Leichtbau.
Zwei Beispiele:
Das Aussteifungskreuz zwischen den Trägern gibt der Konstruktion Torsionssteifigkeit. Gleichzeitig ist es die perfekte Vorbereitung für eine Wallbox. Wer in jedem Segment einen Ladepunkt will, fügt ein zweites Kreuz hinzu. Keine Sonderlösung, doppelte Funktion und sieht dabei noch gut aus.
Die V-Stütze verteilt die Last auf zwei Fundamente statt eines. Das ermöglicht den wirtschaftlichen Einsatz von Schraubfundamenten statt Betonfundamenten. Das ist schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger. Gleichzeitig reduziert sie den Materialeinsatz bei den Trägern, erlaubt grössere wirtschaftlich installierte Leistung je Parkplatz. Und sie steift mit den zwei Verbindungspunkten mit den Zwillingsträgern die Konstruktion aus.
Das Konstruktionsprinzip: Weniger Material. Mehr Leistung. Schönere Form.
Die Rechnung geht jetzt auf und die Lösung ist konsequent.
Wirtschaftliche Overhead-Module und Montageschienen mit integriertem Drainagesystem, mit denen sie von unten verschraubt werden. Holzkonstruktionen, die in der Bilanz und fürs Auge besser sind als Stahl und Beton und bei richtiger Anwendung genauso wirtschaftlich. Abschlüsse aus Naturfaser statt Blech oder Kunststoff.
Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Ästhetik, sichtbar verbunden in einer Anlage auf dem Parkplatz. Erneuerbare Energie, gebaut auf erneuerbaren Materialien.
Die Technologie hat sich entwickelt. Solarmodule, die Energie erzeugen und Wetterschutz bieten. Ohne die Kompromiss-Zwischenschicht.
Die konsequente Energiewende nutzt bestehende Flächen wie Parkplätze doppelt. Der konsequente Solar Port, wie ich ihn von Anfang an im Kopf hatte. Jetzt ist er baubar.
Lass uns gemeinsam schauen, was das für deinen Standort bedeutet.