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Wer integriert denkt, hat einen Standortvorteil. Wer es nicht tut, zahlt doppelt.

Solar allein funktioniert nicht mehr.

Eine Gemeinde am See. Grosser Parkplatz, gute Lage, Besucher an schönen Tagen. Das Projekt macht auf dem Papier Sinn: Solar auf dem Parkplatz, Ladeinfrastruktur für Besucher, tiefere Energiekosten für Gewerbe und Bürger.

Und trotzdem stockte es aufgrund der Komplexität in der Stromvermarktung, um den Business Case in den Griff zu bekommen. vZEV, LEG, Stromvermarktung, Betrieb: zu viele Themen, zu viel Unsicherheit. Und Unsicherheit ist Gift, wenn eine Gemeinde ein Projekt beschliessen soll.
Was das Projekt schliesslich machbar machte, war die Finanzierung und der Betrieb aus einer Hand. Damit gehört die Komplexität jemand anderem und die Gemeinde, Bürger und Besucher profitieren von der Anlage.

Das ist integriertes Denken.

Die Branche hat das Thema integrierte Lösung längst erkannt. Sie plappert es oberflächlich im Gleichton auf jeder Konferenz und in jedem LinkedIn-Post nach. Einige bezahlen sogar dafür, auf der Bühne das erzählen zu dürfen, was jeder im Publikum schon hundertmal gehört hat.
Grüsse an dein Marketing. Lass uns sprechen, wenn du bei deiner eigentlichen Zielgruppe relevant werden willst. 😉

Was fehlt: Leuchtturm-Projekte und ehrliche Einschätzungen. Das ist dieser Artikel.

Solar + Wind + Speicher + Ladeinfrastruktur

Was eine Solaranlage allein nicht kann

Solar produziert dann, wenn die Sonne scheint. Nicht unbedingt dann, wenn Verbrauch oder Preise am höchsten sind. Und schon gar nicht dann, wenn die Sonne nicht scheint.

Wer nur Solar baut, kauft tagsüber bei Sonnenschein weniger Strom, aber sonst genauso viel wie vorher. Die Anlage reduziert vielleicht nicht einmal mehr die Rechnung und die Abhängigkeit löst sie gar nicht.

Wer zu viel produziert verschenkt den Strom ans Netz, respektive bekommt einen homöopathischen Bruchteil dessen vergütet, was er für den Bezug zahlt.

Solar allein bringt dir also heute kaum mehr etwas. Die Einspeisevergütung ist nahe null. Kein grösseres Projekt wird mehr ohne Speicher gebaut. Und der Eigenverbrauch ist der grosse Hebel zur Wirtschaftlichkeit.

Zwei Projekte, die zeigen, wie das in der Parkplatz-Praxis aussieht

Die touristische Gemeinde am See

Wenig Industrie, viele kleine Verbraucher. Dafür ein Seeufer mit Parkplätzen und Besuchern, die bei schönem Wetter in grosser Zahl für mehrere Stunden kommen. Die Solar-Überdachung des grossen Parkplatzes produziert, aber wer verbraucht den Strom?

Die Antwort liegt auf dem Parkplatz. Ladeinfrastruktur für Besucher, die ihr E-Auto laden, während sie den Strand geniessen. Batteriespeicher, die den Mittagsstrom für die späteren Stunden halten. Und zusammengeschlossene Verbraucher, zuerst in unmittelbarer Nähe, dann in der Elektrizitätsgemeinschaft der ganzen Gemeinde.

Das Ergebnis: Ein Standort, der attraktiver wird. Überdachte Parkplätze, günstige Lademöglichkeiten, tiefere Energiekosten für Gewerbe und Bürger.

Ohne die integrierte Lösung wäre dieser Standortvorteil wirtschaftlich nicht möglich.

Touristische Gemeinde am See, wenig Industrie, viele kleine Verbraucher.

Das Industrieunternehmen mit begrenzter Dachfläche

Hoher Stromverbrauch, gross dimensionierter Netzanschluss, aber die verfügbaren Dachflächen decken den Verbrauch bei weitem nicht. Einige Dächer sind wegen der Dachlast nicht geeignet. Die klassische Lösung: so viel PV wie eben geht, den Rest vom Netz.

Aber da ist noch der Parkplatz. Der Solar Port verdoppelt die installierbare PV-Leistung. Der starke Netzanschluss erlaubt den Einsatz grosser Speicher.

Das System rechnet sich, die Einzellösung nicht.

Die Reise vom Problem zur Lösung

Was passiert, wenn du integriert denkst ist eigentlich kein gut gehütetes Geheimnis der Branche mehr. Dünner wird die Luft, wenn es darum geht, Flächen intelligent doppelt zu nutzen und Geschäftsmodelle mit Speichern zu verbinden.

Schritt 1: Du baust Solar und merkst, dass was fehlt

Solar auf dem Dach oder dem Parkplatz ist der richtige erste Gedanke. Lokale Produktion, reduzierte Bezugskosten, sichtbares Signal nach aussen.

Ein Solar Port aus Holz überdacht den Parkplatz und schützt Fahrzeuge und Menschen vor Sonne, Regen, Hagel und Schnee. Für eine touristische Gemeinde mit grossem Parkplatz ist das ein Besuchermagnet. Für ein Unternehmen ist es ein sichtbares Signal an Mitarbeitende, Kunden und Partner. Die Immobilie gewinnt doppelt an Wert.

Aber: Der Mittagsstrom geht ins Netz, abends und bei schlechtem Wetter kaufst du teuer zurück und die Abhängigkeit bleibt. Diese Rechnung geht heute nicht mehr auf, weil der Eigenverbrauch der grosse Hebel zur Wirtschaftlichkeit einer Anlage ist.

Die Zahl: Beim Solar Port willst du mindestens zwei Drittel Eigenverbrauch erreichen für ein wirtschaftliches Projekt. Speicher und intelligente Ladeinfrastruktur können einen wesentlichen Beitrag leisten. Denn: Selbst bei meinem kleinen Balkonkraftwerk mit zwei Modulen verschenke ich im Sommerhalbjahr ohne Speicher gut die Hälfte ins Netz.

Schritt 2: Du nimmst einen Batteriespeicher dazu und gewinnst Zeit

Ein Batteriespeicher ist eine Zeitmaschine. Er überbrückt Differenzen zwischen Produktion und Verbrauch für ein paar Stunden. Strom vom Mittag wird am Abend verbraucht.

«Lokal erzeugter Strom wird erst durch die Elektrifizierung der Verbraucher und den Einsatz von Batteriespeichern richtig attraktiv.» Sandro Schlatter, Experte für Batteriespeicher und deren Geschäftsmodelle.

Was du jetzt gewinnst: Höherer Eigenverbrauch, weniger Netzbezug zu teuren Zeiten und der Speicher kann noch deutlich mehr.

Die Zahl: Peak Shaving als Beispiel. Der Leistungspreis liegt bei rund 15 CHF pro kW und Monat. Ist die Durchschnittslast 100kW und die Lastspitze beim Maschinenstart bei 250 kW und du bringst diese Spitze dank Speicher auf 100 kW, sparst du 2'250 CHF pro Monat (150 kW x 15 CHF). Allein durch Peak Shaving. Das sind 27'000 CHF pro Jahr, die die Anlage schneller amortisieren als jede Einspeisevergütung es je getan hätte.

Noch deutlicher wird es im Umfeld von Ladeinfrastruktur. Kommen DC-Lader ins Spiel, fallen sehr hohe Spitzenlasten an. Hier lassen sich einmalige Netzanschlusskosten (kleinerer Anschluss notwendig) sowie wiederkehrende Leistungspreise reduzieren. Allerdings Vorsicht: Auch hier gibt es Limiten. Erste hoch frequentierte Ladestandorte entlang der Autobahn A1 liefern Nachmittags langsamere Ladegeschwindigkeiten als noch am Morgen, weil die Batterien entladen sind und nicht schnell genug geladen werden können.

Geschäftsmodelle und Chancen von Batteriespeichern

Wer eine Batterie kauft und nur den Eigenverbrauch optimiert, lässt die Hälfte des Wertes auf dem Tisch. Sandro Schlatter, Experte für Batteriespeicher-Geschäftsmodelle, nennt das treffend:

"You're not building a business case. You're building a casino chip." - Sandro Schlatter

Der Unterschied liegt im Stacking: Eigenverbrauch, Peak Shaving, Arbitrage, Systemdienstleistungen, Abschaltvergütung. Jede Schicht macht die Anlage wirtschaftlicher. Wie das konkret aussieht – mit Zahlen und Geschäftsmodellen – kommt in einem separaten Artikel.

Schritt 3: Du elektrifizierst die Verbraucher und schliesst den Kreis

Jetzt wird der selbst produzierte Strom wirklich genutzt. Jedes Fahrzeug, das mit eigenem Strom lädt ist weniger Benzin und mehr Kilowattstunden Eigenstrom. Für Gemeinden ist es der Besuchermagnet. Für Unternehmen die Flotte und Mitarbeiter.

Ladeinfrastruktur ist nur der Anfang der Elektrifizierung. Auch die Heizung: Eine Wärmepumpe, die mit selbst produziertem Strom läuft, erhöht den Eigenverbrauch und macht das Heizsystem unabhängig von Gas und Öl.

Und: Intelligente Steuerung verschiebt flexible Verbraucher in die Stunden, wo Solar produziert und Strom günstig ist. Wann läuft welche Maschine? Wann laden die Autos? Wann wird geheizt? Das reduziert Energiekosten ohne einen zusätzlichen Franken Investition.

Die Zahl: Bei 200 Parkplätzen in einem touristischen Ort und 5% ladenden Fahrzeugen (10 Ladepunkte à 11 kW AC) sind das 110 kW Ladelast über mehrere Stunden. Bei einer Solar Port Anlage mit rund 800 kWp installierter Leistung entspricht das etwa einem Achtel der erzeugten Energie während der schönen Sonnenstunden. Rechnen wir mit 4 Stunden: rund 440 kWh Eigenverbrauch pro schönem Tag, der sonst ins Netz geflossen wäre. Und die Touristen profitieren von einem attraktiven Ladeangebot. Win-Win.

Ich würde als Gemeinde nicht unterschätzen, was das für nachgelagerte Effekte haben kann. Aber nur, wenn die Preise stimmen. Menschen werden durch die Ladeinfrastruktur auf das Ausflugsziel aufmerksam oder kommen wieder. AC laden für 40 Rp. / kWh oder weniger? No-Brainer für Bürger, die in der Überbauung nicht laden können. Denn wer inklusive Investition rechnet, merkt, dass das günstiger ist als Ladeinfrastruktur in der Überbauung. Sie steigen so auf E-Autos um, auch wenn sie zu Hause nicht laden können.

Exkurs - Schritt 4: Du erkennst die Grenzen von Batterien und Solar und findest Wind

Im Winter wenig Sonne, nachts gar keine. Batterien überbrücken Stunden, nicht Jahreszeiten. Seit wann ist das aber dein Problem? Genau hier kommt bei der Gesamtbetrachtung unserer Versorgung Wind ins Spiel. Windkraft hatte ich lange nicht auf dem Schirm. In der Schweiz ist es ein Thema, das zu Unrecht keine Aufmerksamkeit bekommt, weil immer die Einwände im Fokus stehen und zu wenig über die Chancen geredet wird. Ein Akzeptanzproblem, mit dem wir uns selbst im Weg stehen.

Mein Aha-Moment kam durch Martina Nigg und Georg Persigehl von Windenergie Schweiz. Ihre Leidenschaft war ansteckend und weckte meine Neugier. Ich fuchste mich ins Thema ein und erkannte schnell: Windkraft und Solar sind ein Dream-Team. Solar produziert zwei Drittel im Sommer. Wind produziert zwei Drittel im Winter. Zusammen ergibt das eine Versorgung aus Erneuerbaren, die das ganze Jahr funktioniert.

Jahreserträge Wind und Solar übereinander gelegt. BFE, Energieproduktionsprofile Schweiz. Wind produziert zwei Drittel im Winter, Solar zwei Drittel im Sommer.

Das hatte ich vorher nicht auf dem Radar. Ich glaube, die meisten haben es nicht, weil Windanlagen gross, abstrakt und gefühlt Versorger-Sache sind. Kein kleines Solarmodul, das man aufs dem Dach klatschen kann.
Mit Georg durfte ich einen Tag bei einem seiner Windparks verbringen. Auf 140 Metern, auf der Gondel der Anlage. Enger Aufzug, Hitze im Turm auf dem Weg nach oben und dort diese Stille. Windanlagen sind nicht wirklich laut. Das weiss fast niemand, der sie noch nie selbst aus der Nähe erlebt hat. Die Schönheit des Bauwerks und das eindrückliche Erlebnis mit Profis waren die Geburt meiner Neugier für die Windkraft.

Samuel auf Windturbine

Genau darum ist das Bürgerwindpark-Modell von Windenergie Schweiz so spannend: Es bringt den Solar-Vibe in die Windkraft. Der Bürger wird Eigentümer statt Konsument. Lokal produziert, lokal verbraucht, lokal Rendite.

"Wir wollen, dass die Menschen davon erfahren" - Martina Nigg & Georg Persigehl.

Die Schweizer Ausbauziele sind ambitioniert und es ist deutlich mehr Wachstum notwendig als bei Solar. Die Lücke zwischen Ziel und Realität ist gross. Und der Schlüssel liegt in der Psychologie, nicht Technologie. Also beim Bürger.

Mehr zum Bürgerwindpark-Modell →

Was es kostet, nichts zu tun

Baust du nur eine Anlage, läufst du Gefahr, bald deinen überschüssigen Strom zu Spitzenzeiten nicht nur zu verschenken, sondern bald auch noch dafür zu zahlen. Negative Strompreise sind in Europa bereits Realität. Die Schweiz folgt.

Stell dir vor: Du hast eine Solaranlage gebaut, bist stolz darauf und bekommst am Ende des Monats eine Rechnung für den Strom, den du selbst produziert und ins Netz eingespeist hast. Klingt absurd? Die Schweiz ist zwar träge, doch das wird kommen.

Zudem entgehen dir wertvolle zusätzliche Einnahmen und Kosteneinsparungen. Vergiss die Komplexität der Geschäftsmodelle. Wer mit einem Profi arbeitet, zahlt den Betrieb aus den Einsparungen. Die Anlage optimiert sich selbst, du fokussierst aufs Kerngeschäft und beteiligst dich an Umsätzen und Einsparungen.

Der Strom wird nicht günstiger, die Netzgebühren steigen. Und deine Mitbewerber, die heute integriert bauen, haben morgen einen Wettbewerbsvorteil. Ein Standort mit Solar, Speicher, Laden und Wind ist der Schlüssel zu Unabhängigkeit und Wohlstand. Wer heute anfängt, baut den Vorsprung auf. Wer wartet, holt auf zu immer höheren Kosten.

Energie ist das Geld der Zukunft und du hast die Geldpresse in der Hand.

Gemeinsam integriert denken, bevor wir einzelne Anlagen daraus ableiten.

Ich begleite Gemeinden und Unternehmen dabei, aus Parkplätzen eine integrierte erneuerbare Versorgung zu machen. Von der ersten Analyse über die Projektentwicklung bis zur Umsetzung. Mit einem Netzwerk aus Spezialisten für Finanzierung, Speicher, Ladeinfrastruktur, Solar und Wind.

Der Solar Port ist der sichtbare Anfang dieser Reise.

Mehr zum Solar Port: schneider-solutions.ch/de/solar

MAGAZIN

WAS ICH SEHE, DENKE UND NICHT FÜR MICH BEHALTEN KANN.