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Besitzen ist krasser als zusehen.

Wem gehört die Energiewende? Die Frage, die entscheidet, ob ein Energieprojekt in deiner Gemeinde gebaut wird oder am Widerstand scheitert.

Warum soll das bei uns stehen, wenn wir nichts davon haben?

Der gemeinsame Nenner sichtbarer Energieprojekte in Gemeinden. Eine Windturbine am Waldrand. Eine grosse Solaranlage auf dem Parkplatz. Der Reflex: Skepsis. Der Wald ist schöner ohne Windrad. Und verdient sich da nicht bloss irgendein Investor von auswärts eine goldene Nase, während wir auf die Anlage schauen müssen?

Verständlich. Und es ist der wahre Grund, warum Projekte scheitern. Der Mensch, der das Gefühl hat, übergangen zu werden.

Das Kraftwerk gehörte immer denen.

Die alten, grossen, zentralen Kraftwerke standen vielleicht in deiner Region, aber sie gehörten einem Versorger. Irgendjemandem von ausserhalb. Du hast den Kühlturm gesehen, den Strom bezahlt, und das Geld floss ab. Du warst nur Zuschauer.

Atomkraftwerk, von weit sichtbar mit dem Kühlturm und dem vielen Wasserdampf, der das Landschaftsbild prägt. Foto von Jerry B von Pexels 33523818
Ein Atomkraftwerk, von weit sichtbar mit dem Kühlturm und dem vielen Wasserdampf, der das Landschaftsbild prägt. Foto von Jerry B von Pexels 33523818

Ein AKW kann nicht den Menschen vor Ort gehören. Es ist zu gross, zu teuer, zu komplex. Ein Windpark oder eine Solaranlage? Kann den Menschen vor Ort gehören. Kleiner, günstiger und einfacher.

Besonders wertvoll für die Gemeinde: grössere Windanlagen und Solaranlagen, die bestehende Flächen aufwerten. Diese Kraftwerke sind teilbar. Man kann sie in Anteile zerlegen. Und damit ist eine Rolle geboren, die es vorher nicht gab. Nicht zuschauen. Besitzen.

Besitzen: der feine Unterschied

Als Besitzer einer Anlage siehst du sie mit anderen Augen. Es ist jetzt deine Anlage, dein Beitrag und dein Ertrag.

Aus dem fremden Windrad wird dein Windrad. Aus der Skepsis wird Stolz. Aus dem Widerstand wird Beteiligung. Deine Beziehung zur Anlage hat sich verändert.

Das passt zur Schweiz wie kaum etwas anderes. Direkte Demokratie, Mitbestimmung, Föderalismus. Hier ist der Bürger der Chef, nicht die Politiker oder Versorger. Warum sollte das bei der Energieversorgung anders sein? Die Energiewende ist eine Robin-Hood-Geschichte: Die Wertschöpfung wandert von den anonymen Mächtigen zurück zu den Menschen vor Ort. Energiewende für die Menschen in den Regionen.

Der Wind: das Kraftwerk gehört der Region

Windkraftnlage auf dem Hügel eines Dorfs. Die Bürger besitzen die Anlagen und partizipieren an jeder Umdrehung. Visualisierte Windanlagen auf echter Aufnahme einer Ortschaft.
Blick vom Dorfzentrum: Zwei visualisierte Windturbinen auf dem Hügel vom Dorf. Echtes Bild, kombiniert mit visualisierten Windanlagen.

Windenergie Schweiz baut Bürgerwindparks. Das Prinzip ist einfach und radikal zugleich: Die Mehrheit der Anteile wird lokal angeboten. An Einwohner der Standortgemeinden, an die Gemeinde selbst, an lokale Firmen. Der Projektentwickler behält den Rest und die Betriebsführung, trägt aber das Entwicklungsrisiko allein. Bürger und Gemeinde steigen erst dann ein, wenn die Gewissheit über Umsetzung und Kosten vorliegt.

Die Rendite bleibt grösstenteils in der Region. Über Dividenden, Steuern, lokale Partner. Ein Teil der Stromvergütung geht an alle Landeigentümer im Projektgebiet, nicht nur an den einen, auf dessen Parzelle die Turbine steht. Und aus dem Betrieb fliesst jedes Jahr ein fixer Betrag in eine Stiftung, die lokale Projekte finanziert. Welche Projekte? Das entscheidet die Gemeinde. Vom Spielplatz bis zum Dorfplatz.

Die Sonne: vom Dach zur sichtbaren Anlage auf dem Parkplatz

Bei der Solaranlage gibt es zwei Stufen.

Die erste kennt man schon. Solarify macht es möglich, in Solarpanels zu investieren, ohne ein eigenes Dach zu besitzen. Die Module gehören dir, liegen auf einem Schweizer Grossdach, produzieren realen Strom, werfen alle drei Monate Ertrag ab. Aber der Standort ist austauschbar. Ein Dach ist halt einfach ein Dach.

Solar Carport aus Holz auf Parkplatz der Gemeinde im Ort.
Blick vom Parkplatz in der Gemeinde: Solar Carport aus Holz auf dem grossen Parkplatz im Ort. Echtes Bild, kombiniert mit visualisiertem Solar Port.

Die zweite Stufe? Der Solar Port steht auf dem grossen öffentlichen Parkplatz in der Gemeinde, den er sichtbar aufwertet. Wetterschutz, Ladepunkte, schöneres Besuchererlebnis. Weil er sichtbar in der Gemeinde steht, bietet sich hier dieselbe Chance wie beim Windpark: Zuerst haben die Bürger der Gemeinde die Möglichkeit, zu investieren. Erst danach der Rest der Schweiz. Genau diesen Weg bereiten wir gerade in mehreren Gemeinden vor.

Der Parkplatz produziert Strom, an welchem alle mitverdienen können. Und die Gemeinde selbst muss dafür kaum investieren.

Zwei Antriebe, beide gut

Überzeugung für die Sache? Das Geld soll dort arbeiten, wo es am meisten bewirkt für die Energiewende. Dafür ist das Dach irgendwo in der Schweiz genau richtig. Das Crowd Finance Modell.

Verbunden mit dem Wohnort? Das Kraftwerk besitzen, das du jeden Tag im Ort siehst. Das Windrad am Hügel, den Solar Port auf dem Parkplatz. Das Geld soll im Wohnort arbeiten und bleiben. Der Standort der Anlage steht im Vordergrund.

Vor dieser Evolution im Kraftwerkseigentum waren Kraftwerke in der Region einfach geduldet. Neu arbeitet die Anlage für die Menschen, bei denen sie steht. Eine komplett neue Beziehung zur Energie und der Anlage, die sie im Ort erzeugt.

Selfie von Samuel Schneider, im Hintergrund Solaranlage auf dem Dach vom Hof und Windanlage visualisiert
Selfie von Samuel Schneider, im Hintergrund Solaranlage auf dem Dach vom Hof und Windanlage (beide massstabsgetreu in 3D visualisiert)

Was das für dich als Gemeinde bedeutet

Der Mensch vor Ort entscheidet mit seiner Stimme über das Energieprojekt.

Ein Projekt, das den Bürgern nur zum Ansehen hingestellt wird, muss überzeugen.
Ein Projekt, das den Bürgern auch gehört, macht es zu ihrem Projekt.

Und das Beste daran: Die Gemeinde trägt kein grosses Risiko und muss kein eigenes Geld in die Hand nehmen. Die Anlage wertet den Standort auf, die Wertschöpfung bleibt vor Ort, und sie verbindet die Menschen.

Besitzen ist krasser als sehen. Wer das verstanden hat, baut Energieprojekte mit der Bevölkerung, nicht gegen sie.

Samuel Schneider denkt und baut an der Schnittstelle von Energie, Mobilität und Kommunikation. Solar Ports aus Holz, Consulting für Energie und Automobil, Magazin für das, was er sieht und nicht für sich behalten kann.

MAGAZIN

WAS ICH SEHE, DENKE UND NICHT FÜR MICH BEHALTEN KANN.